Lokumbau

Wenn alte Technik neuer weicht

Wer hat nicht noch ein paar ältere Lokmodelle in der Vitrine, oder wohl verpackt in den Originalschatullen? Bei all den neuen Möglichkeiten der Zugsteuerung, die einem die Digitaltechnik bietet, ist es doch schade auf die alten Modelle verzichten zu müssen, weil diese nur analog gesteuert werden können. Wenn man aber schon einmal dabei ist, den Veteranen im heimischen Fuhrpark einen Lokdecoder zu verpassen, warum sollte man dann nicht auch gleich noch die Beleuchtung etwas überarbeiten?

Frühere Modelle haben quasi einen „Lichtleiter“, der von den Scheinwerfern bzw. Lampengehäusen bis ins Innere der Lok reicht und dort von einem gemeinsamen Miniglühlämpchen beleuchtet wird. Bei der analogen Steuerung bedeutet dies zuverlässiges Licht ab einer gewissen Fahrspannung, aber auch proportional zur Spannung und damit zur Lokgeschwindigkeit steigende Lichtintensität.

LEDs und SMD-LEDs

LED steht für “light emitting diode”, also Licht aussendende Diode. SMD ist ebenso ein Begriff aus der Elektrotechnik und bezeichnet die Bauform, nämlich: “surface-mounted device”, was soviel bedeutet wie auf der Oberfläche montiertes Bauteil, wodurch insbesondere in der Tiefe relativ viel Platz eingespart wird und die Bauteile flacher und somit letztlich kleiner werden. Zu beziehen sind alle Arten von LEDs zum Beispiel bei den großen Elektronikshops Conrad Electronic oder Reichelt Elektronik

Abhilfe schaffen auch hier LEDs. Mein „Lieblingsopfer“ die 01 0505-6 muss wieder dafür herhalten. Auf den Bildern in der Galerie oben sind die einzelen Bauschritte recht deutlich zu erkennen. Zunächst muss erst einmal das Fahrwerk weichen. In meinem speziellen Fall wird es neben den offensichtlichen Befestigungen noch von dem Kupplungsstück zum Tender gehalten, welches dazu herausgeklipst und zur Seite gelegt werden muss, wie Bild 3 zeigt. Im vorderen Bereich sitzt noch eine Abdeckung auf dem Lichtleiter, die die wilde Strahlung etwas beschränken soll, nach unserem Eingriff wird das kaum mehr nötig sein. Wenn dieses Teil auch entfernt ist, sind die Lampengehäuse praktischerweise auch gleich leer und damit fertig für den Einbau der kleinen LEDs. Der beste Platz für die neuen Bauteile, also Widerstände und Schutzdiode, ist im Kessel, denn der ist noch recht leer. Zu diesem Zwecke muss an der Unterseite ein bisschen Kesselwand weichen, um einen Zugang zu haben. Die neu verlegten Litze werden fixiert und wo es notwenig erscheint auch an die Umgebungsfarbe angepasst. Außer den Spitzensignalen an der Front und den Schlußsignalen am Tender habe ich gleich noch auf jeder Seite drei gelbe SMDLEDs als Triebwerksbeleuchtung und eine im Führerstand installiert. Natürlich ließe sich auch noch ein kleiner Dampfgenerator (gängige Größe: 24mm Höhe × 5mm Durchmesser) in den Schlot stecken, der dann ebenso wie die Beleuchtung über die Platine gesteuert wird. Leider stehen noch keine zweifarbigen LEDs in Rot und warmweiß in dieser kleinen Baugröße zur Verfügung, wodurch man beispielsweise die linke Laterne vorne für eine Falschfahrt auf rot umschalten könnte.
Da ich die Lok nun schon einmal derartig zerlegt habe, bekommen auch die Füherstandsarmaturen ein bisschen mehr Profil durch eine entsprechende Farbgebung. Damit kann die Lok vorerst wieder auf große Reise gehen.

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