Wasserversorgung im Bahnbetriebswerk und im Modell

Wasserturm Wustermark

Die Wasserversorgung und die technischen Voraussetzungen im Bahnbetriebswerk und im Modell nach gestaltet.

Die Dampflokomotiven und auch die später in einem Bw untergestellten und beheimateten Diesellokomotiven, kommen ohne eine qualitativ hohe Wasserversorgung, d.h. zum Einen eine quantitative und zum Anderen qualitative Versorgung, nicht zu einem betriebssicheren und schonenden Einsatz.

Die Wasserversorgung der eingestellten Lokomotiven, wurde z. T. mit eigenen Wasserwerken bewerkstelligt. Diese sogenannten Bahnwasserwerke bestanden im Groben aus Pumpwerken mit den dazu gehörigen Wasseraufbereitungsanlagen, Saug- und Druckleitungen, den Behältern (Wassertürme) und Leitungen sowie den Entnahmestellen (Wasserkräne, Hydranten etc.).

Diese Wasserwerke der Eisenbahn versorgten zum Einen die Bws mit Brauchwasser für die Kessel und zum Anderen die technischen Anlagen; sie wurden aber auch zur Trinkwasserversorgung für die anliegenden Eisenbahnersiedlungen benötigt, sofern diese Siedlungen nicht am öffentlichen Trinkwassernetz der Städte und Gemeinden angeschlossen waren. Diese Konstellation war zwar recht selten, da die Bahngesellschaften bestrebt waren, ihre Wohngebäude an die jeweils städtische Versorgung anzuschließen, aber es gab sie.

Wir beschäftigen uns aber mit der Wasserversorgung im Bahnbetriebswerk. Diese wurde über die kurz beschriebenen Pumpwerke und Ãüer deren Druckleitungen zu den Wassertürmen befördert und von diesen zu den Entnahmestellen, neben den Wasserkränen und Hydranten, zu Reinigungsanlagen wie Kesselauswaschvorrichtungen und Fahrzeugreinigungsanlagen geleitet.

Die Entschlackungsgruben, welche sich hinter der Bekohlungsanlage befanden, mussten auch entsprechend bewässert werden, um die teils glühende Schlacke zu löschen.

 Wassertürme im Detail

Nun ein paar detaillierte Informationen zu den Wassertürmen und den nachfolgenden Wasserentnahmestellen. Die Wassertürme waren Wasserspeicher mit unterschiedlichen Speichervermögen von 50m³ bis hin zu 800m³, entsprechend der Größe und Menge der zu versorgenden Anlagen. Bei größeren Bahnbetriebswerken waren u.U. mehrere Wassertürme (Wasserspeicher) nötig, um die Versorgung der Dampflokomotiven und der anderen Abnehmer sicher zu stellen. Die Wasserversorgung musste und sollte mit einem Wasserturm für 24h gesichert sein.Modell Wasserturm Kibri

Die Wassertürme hatten eine Mindesthöhe von 10m. Sie unterlagen einer Berechnung, welche den Leitungsquerschnitt, die Länge der Leitungen, die Leistungsfähigkeit der Wasserkräne und die Höhe der Entnahmestellen zu berücksichtigen hatte.

Die Bauformen und Gestaltungen waren sehr unterschiedlich. Die Wasserbehälter bestanden aus mindestens 6mm starken Stahlblechplatten oder Schmiedeeisen bzw. aus Stahlbeton. Die kleineren Behälter hatten eine zylinderische Form mit einem kugelförmigen Boden, um Beimengungen (Sand, Mineralien und andere Verunreinigungen o.ä.) des eingespeisten Wassers ablagern zu können. Das Entnahmerohr ragt dabei etwas höher hinein, um die möglichen Ablagerungen nicht weiter zu leiten. Die Wassertürme besaßen eine sogenannte Spülleitung mit deren Hilfe der Wasserbehälter gereinigt werden konnte. Zudem hatte jeder Turm einen Ãœberlauf und einen Schwimmer, welcher für zwei Funktionen genutzt wurde. Eine Funktion bestand darin, den Wasserstand im Behälter auf einer außen liegenden Anzeige darzustellen, welche vorgeschrieben war, die zweite Funktion war das Schalten der elektrischen Pumpen für die Steigleitungen. Der Schwimmer bestand in der Regel aus Kork oder aus einem Metallhohlkörper. Bei druckluft- oder dampfbetriebenen Pumpen war ein Pumpenwart nötig.

Modell Wasserturm Kibri gealtertDer Unterbau der Wassertürme bestand in der Mehrzahl aus Mauerwerk aber es wurden auch Wassertürme auf einem Stahlgerüst errichtet. Diese Bauten wurden von der Maschinenbau-Anstalt Humboldt aus Köln-Kalk gefertigt und geliefert.
Die kleineren Betriebswerke für Neben- und Schmalspurbahnen hatten den Wasserbehälter in einem dem Lokschuppen angegliederten Anbau integriert und die darunter befindlichen Räume wurden als Büro bzw. Aufenthaltsräume o. ä. genutzt.

Hier ein Modell eines Wasserturmes im Maßstab 1:87 aus einem Kibri-Bausatz, gealtert und mit Betriebsspuren versehen.

Zu den Entnahmestellen zählten die Wasserkräne zur direkten Versorgung der Dampflokomotiven. Weiterhin waren etliche Hydranten erforderlich und vorhanden um Reinigungsarbeiten durch führen zu können bzw. im Falle eines Brandes schnell eine Wasserentnahmestelle zum Löschen parat zu haben.

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